Seismische Lastannahmen für den gesuchten Ort

Den einzelnen Erdbebenzonen, die auf der Grundlage berechneter Intensitäten gemäß der Europäischen Makroseismischen Skala EMS-98 ermittelt wurden, ist als zonenspezifischer Einwirkungsparameter ein Bemessungswert der Bodenbeschleunigung ag zugeordnet.

 

Die mittlere Referenz-Wiederkehrperiode, für die die Erdbebengefähr-
dungskarte bzw. die daraus abgeleitete Erdbebenzonenkarte erstellt wurde, beträgt 475 Jahre; dem entspricht eine Wahrscheinlichkeit des Auftretens oder Überschreitens von 10% innerhalb von 50 Jahren.

 

Der angefragte Ort (Nettetal, PLZ 41334) befindet sich mit seinem Ortsmittelpunkt in der Erdbebenzone 1.

Die Erdbebenzone 1 umfaßt Gebiete, denen gemäß des zugrunde gelegten Gefährdungsniveaus ein Intensitätsintervall von 6,5 bis < 7,0 zugeordnet ist. Der zugehörige Bemessungswert der Bodenbeschleunigung ag beträgt in dieser Erdbebenzone 0,4 m/s2.

 

Die Gefährdung innerhalb jeder Erdbebenzone wird als einheitlich angenommen, abgesehen von Variationen, die sich durch unterschiedliche Untergrundbedingungen ergeben. Dazu wird zwischen den geologischen Untergrundklassen R - Fels, S - weicher Untergrund und T - Untergrund vom Übergangstyp unterschieden.

 

Im einzelnen sind die Untergrundklassen wie folgt definiert:

R :

Gebiete mit felsartigem Gesteinsuntergrund

S :

Gebiete tiefer Beckenstrukturen mit mächtiger Sedimentfüllung

T :

Übergangsgebiete zwischen Gebieten der Untergrundklasse R und der Untergrundklasse S sowie Gebiete relativ flachgründiger Sedimentbecken

 

Die flächenmäßige Erstreckung der drei Untergrundklassen ist als spezielle Karte der DIN 4149 beigefügt.

 

Der angefragte Ort (Nettetal, PLZ 41334) befindet sich mit seinem Ortsmittelpunkt im Gebiet der Untergrundklasse S.

Gebiete tiefer Beckenstrukturen mit mächtiger Sedimentfüllung

 

In Kombination mit der Baugrundklasse am entsprechenden Standort (anhand der Charakteristika bis ca. 20 m Tiefe)

A :

Unverwitterte Festgesteine

B :

Hauptsächlich mäßig verwitterte Festgesteine oder grob- bis gemischtkörnige Lockergesteine in fester Konsistenz

C :

Hauptsächlich gemischt- bis feinkörnige Lockergesteine in mindestens steifer Konsistenz

 

sind gemäß DIN 4149 Normspektren für die Untergrund- und Baugrundklassen-Kombinationen A-R, B-R, B-T, C-T, C-R und C-S festgelegt.

Die Normspektren für die Erdbebenzone 3 haben folgende Form:

 

Normspektren nach DIN 4149: 2005 für die Erdbebenzone 3 und den Bedeutungsfaktor 1

 

Die Normspektren in den Erdbebenzonen 2 und 1 ergeben sich durch Multiplikation mit 0,75 bzw. 0,5 aus den dargestellten Normspektren der Erdbebenzone 3.