Seismische Lastannahmen für den gesuchten Ort

Den einzelnen Erdbebenzonen, die auf der Grundlage berechneter Intensitäten gemäß der Europäischen Makroseismischen Skala EMS-98 ermittelt wurden, ist als zonenspezifischer Einwirkungsparameter ein Bemessungswert der Bodenbeschleunigung ag zugeordnet.

 

Die mittlere Referenz-Wiederkehrperiode, für die die Erdbebengefähr-
dungskarte bzw. die daraus abgeleitete Erdbebenzonenkarte erstellt wurde, beträgt 475 Jahre; dem entspricht eine Wahrscheinlichkeit des Auftretens oder Überschreitens von 10% innerhalb von 50 Jahren.

 

Der angefragte Ort (Nieder-Modau, PLZ 64372) befindet sich mit seinem Ortsmittelpunkt in der Erdbebenzone 1.

Die Erdbebenzone 1 umfaßt Gebiete, denen gemäß des zugrunde gelegten Gefährdungsniveaus ein Intensitätsintervall von 6,5 bis < 7,0 zugeordnet ist. Der zugehörige Bemessungswert der Bodenbeschleunigung ag beträgt in dieser Erdbebenzone 0,4 m/s2.

 

Die Gefährdung innerhalb jeder Erdbebenzone wird als einheitlich angenommen, abgesehen von Variationen, die sich durch unterschiedliche Untergrundbedingungen ergeben. Dazu wird zwischen den geologischen Untergrundklassen R - Fels, S - weicher Untergrund und T - Untergrund vom Übergangstyp unterschieden.

 

Im einzelnen sind die Untergrundklassen wie folgt definiert:

R :

Gebiete mit felsartigem Gesteinsuntergrund

S :

Gebiete tiefer Beckenstrukturen mit mächtiger Sedimentfüllung

T :

Übergangsgebiete zwischen Gebieten der Untergrundklasse R und der Untergrundklasse S sowie Gebiete relativ flachgründiger Sedimentbecken

 

Die flächenmäßige Erstreckung der drei Untergrundklassen ist als spezielle Karte der DIN 4149 beigefügt.

 

Der angefragte Ort (Nieder-Modau, PLZ 64372) befindet sich mit seinem Ortsmittelpunkt im Gebiet der Untergrundklasse R.

Gebiete mit felsartigem Gesteinsuntergrund

 

In Kombination mit der Baugrundklasse am entsprechenden Standort (anhand der Charakteristika bis ca. 20 m Tiefe)

A :

Unverwitterte Festgesteine

B :

Hauptsächlich mäßig verwitterte Festgesteine oder grob- bis gemischtkörnige Lockergesteine in fester Konsistenz

C :

Hauptsächlich gemischt- bis feinkörnige Lockergesteine in mindestens steifer Konsistenz

 

sind gemäß DIN 4149 Normspektren für die Untergrund- und Baugrundklassen-Kombinationen A-R, B-R, B-T, C-T, C-R und C-S festgelegt.

Die Normspektren für die Erdbebenzone 3 haben folgende Form:

 

Normspektren nach DIN 4149: 2005 für die Erdbebenzone 3 und den Bedeutungsfaktor 1

 

Die Normspektren in den Erdbebenzonen 2 und 1 ergeben sich durch Multiplikation mit 0,75 bzw. 0,5 aus den dargestellten Normspektren der Erdbebenzone 3.